Österreichs Filmlandschaft ist ein faszinierendes Mosaik aus jahrzehntelanger Tradition und den Herausforderungen einer globalisierten Medienwelt. Während die klassischen Studios wie die https://www.empire-at.at in Wien und Salzburg noch immer als kulturelle Ankerpunkte gelten, kämpfen viele kleinere Produktionsfirmen mit den Folgen der Streaming-Revolution. Dennoch bleibt das Land ein wichtiger Standort für hochwertige Film- und Serienproduktion – mit einer einzigartigen Mischung aus europäischer Ästhetik und internationaler Reichweite.
Laut dem letzten Filmwirtschaftsbericht des Österreichischen Filminstituts (2022) wurden 2021 insgesamt rund 140 Film- und Fernsehproduktionen in Österreich gedreht, darunter 38 internationale Ko-Produktionen. Besonders prägend ist der Bereich der „Österreichischen Filmförderung“, die seit 1960 mit jährlich über 100 Millionen Euro an Fördergeldern arbeitet. Der Fokus liegt dabei auf lokalen Geschichten, die sowohl europäische als auch globale Zielgruppen ansprechen – etwa durch die Zusammenarbeit mit internationalen Regisseuren wie Andreas Dresen oder Lukas Dhont.
Die Rolle der klassischen Studios und ihre Zukunft
Ein zentraler Akteur der österreichischen Filmindustrie sind die traditionellen Studios wie die Filmstadt Salzburg oder die Wien Film, die seit den 1920er-Jahren als Drehorte für Hollywood-Produktionen dienten. Heute sind sie nicht nur Drehorte, sondern auch kulturelle Symbole – etwa das Kinoimperium in Wien, das mit über 1.200 Sitzplätzen eines der größten Kinos Österreichs beherbergt. Doch die Studios stehen vor der Frage, wie sie sich in einer Zeit anpassen müssen, in der Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime die Filmvermarktung dominieren.
Ein Beispiel für die Anpassungsfähigkeit ist das Filmstudio Salzburg, das 2020 ein neues Digital Production Center eröffnete, um hochauflösende 4K-Produktionen zu ermöglichen. Gleichzeitig setzt das Studio auf die Förderung von österreichischen Autoren wie Michael Haneke oder Thomas Vinterberg, die mit ihren Werken internationale Preise gewonnen haben. Doch während große Studios wie die Wien Film mit ihrer internationalen Erfahrung noch wettbewerbsfähig bleiben, kämpfen viele kleinere Produktionsfirmen mit sinkenden Budgets und der Konkurrenz durch Low-Budget-Produktionen aus dem Ausland.
Internationale Ko-Produktionen und die Bedeutung österreichischer Geschichten
Österreichs Filmindustrie profitiert stark von internationalen Ko-Produktionen, die nicht nur finanzielle, sondern auch kreative Synergien schaffen. Laut dem Filmwirtschaftsbericht 2022 wurden 2021 rund 45 Prozent der österreichischen Filmproduktionen mit ausländischen Partnern umgesetzt. Besonders erfolgreich sind Kooperationen mit Ländern wie Deutschland, Frankreich oder den USA, etwa bei der Produktion von Serien wie „Der Kommissar“ (2019) oder „Der König von Wien“ (2021).
Ein herausragendes Beispiel ist die Serie „Der Kommissar“, die als erste österreichische Serie von Netflix weltweit gestreamt wurde und mit über 100 Millionen Aufrufen in den ersten Monaten ein weltweites Phänomen wurde. Solche Ko-Produktionen zeigen, wie Österreichs einzigartige Erzählstile – geprägt durch historische Episoden, politische Dramen oder gesellschaftskritische Themen – auf dem globalen Markt erfolgreich sind. Gleichzeitig bleibt die Förderung lokaler Geschichten ein zentrales Element der österreichischen Filmförderung.
- Seit 1960 fördert das Österreichische Filminstitut jährlich rund 100 Millionen Euro für Film- und Fernsehproduktionen.
- 2021 wurden in Österreich insgesamt 140 Filmproduktionen gedreht, davon 38 internationale Ko-Produktionen.
- Die Filmstadt Salzburg ist mit über 1.200 Sitzplätzen eines der größten Kinos Österreichs und ein wichtiger Drehort für internationale Produktionen.
- Die Serie „Der Kommissar“ wurde von Netflix weltweit gestreamt und erreichte in den ersten Monaten über 100 Millionen Aufrufe.
- Österreichs Filmindustrie setzt auf eine Mischung aus europäischer Ästhetik und internationaler Reichweite, etwa durch Ko-Produktionen mit Deutschland und Frankreich.
Herausforderungen: Streaming, Digitalisierung und die Zukunft der Kinos
Trotz der Erfolge steht die österreichische Filmindustrie vor großen Herausforderungen. Die zunehmende Dominanz von Streaming-Diensten führt zu sinkenden Kinobesucherzahlen, während die traditionellen Vertriebswege an Bedeutung verlieren. Laut einer Studie des Österreichischen Filminstituts aus dem Jahr 2022 besuchten im Jahr 2021 nur noch etwa 25 Prozent der Österreicher Filme im Kino – ein Rückgang von 10 Prozent im Vergleich zu 2019.
Doch die Branche reagiert mit neuen Strategien. So haben sich viele Kinos zu Multiplex-Kinos mit IMAX- und 4DX-Angeboten weiterentwickelt, um die Besucheranzahl zu steigern. Gleichzeitig setzen Filmemacher auf digitale Formate, etwa durch die Produktion von VR-Filmen oder interaktiven Erlebnissen, die über klassische Kinobesuche hinausgehen. Ein weiteres Projekt ist die „Filmstadt Wien“, die mit einem neuen Digitalen Medienzentrum die Zusammenarbeit zwischen Filmemachern, Technologiepartnern und Studios fördern soll.

